Ausbilden für die Zukunft! Wie finde ich einen passenden Auszubildenden? Was muss ich beachten und worum muss ich mich kümmern? Wie hoch ist der Nutzen eines Auszubildenden und wie hoch ist der Aufwand? Diese und viele weitere Fragen werden Ihnen weiter unten beantwortet.

Bitte melden Sie uns für die AZUBI-BÖRSE hier Ihre Praktikums- und Ausbildungsplätze

 

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Was bringt mir ein Auszubildender, außer Kosten und Aufwand?
Schauen Sie hinter die Kulissen und denken Sie an die Zukunft Ihres Betriebes.
Lohnen sich die Ausbildungskosten und der Aufwand für meinen Betrieb? Beachten Sie, dass während der Ausbildung schon ein hoher Nutzen entsteht. Der Auszubildende wird Mitarbeiter, der durch gute Einarbeitung sich schnell in den Betrieb einfinden kann, er kennt das Team und weiß worauf Wert gelegt wird.
Die Ausbildung eines neuen Mitarbeiters ist eine Investition für die Zukunft des Betriebes. Junge und Kreative können neuen Schwung bringen. Sie lernen Ihren Auszubildenden kennen und können ihm nach der Ausbildung ggf. eine passende Stelle anbieten. Somit fällt der Aufwand der Einarbeitung weg, da der Auszubildende den Betrieb und das Tagesgeschäft kennt.
Der Auszubildende kann direkt zu Beginn einfache Tätigkeiten übernehmen, welche sich dann zu komplexeren Aufgabengebieten entwickeln.
Je früher und konsequenter der Auszubildende mit in den Betrieb eingezogen wird, umso schneller haben Sie den Nutzen.

Sie haben die Möglichkeit Ihren „Nachwuchs“ auf die Zukunft, Visionen und Vorstellungen Ihres Betriebes vorzubereiten.
Nachwuchskräfte auszubilden spricht für Ihren Betrieb (auch gut für Ihr Betriebsimage) und hält auch Sie auf dem neuesten Wissensstand. Sie haben die Möglichkeit neues Personal auszubilden und gleichzeitig die Betriebswerte zu vermitteln.

a) Meisterbetrieb im Mechanikerhandwerk für Reifen- und Vulkanisationstechnik bzw.

b) ein Kfz-Meister, der gemäß § 7a HwO die Ausübungs- und Ausbildungsberechtigung im Vulkaniseur-/Reifenmechanikerhandwerk erlangt hat.

Auch die Betriebsgröße stellt kein Hindernis dar. Als Kleinbetrieb können Sie sich mit anderen Betrieben verbinden (Ausbilden im Verbund).

Betriebe investieren in hohem Umfang in die Ausbildung ihres Fachkräftenachwuchses. Diese Investitionen zahlen sich insbesondere bei der Übernahme der Auszubildenden aus, da die Personalgewinnungskosten eingespart werden, sich die Abhängigkeit vom externen Arbeitsmarkt reduziert und somit mögliche Ausfallkosten durch Personalengpässe vermieden werden.
Die Auszubildenden verursachen nicht nur Kosten. Sie leisten durch ihre Arbeit einen Beitrag. Außerdem ergeben sich für die Betriebe noch weitere Vorteile, deren Wert sich aber nicht monetär berechnen lässt. So kann der Betrieb zum Beispiel den Auszubildenden, zusätzlich zu den durch die Ausbildungsordnung vorgegebenen Inhalten, bereits in der Ausbildung weitere betriebsspezifische Kenntnisse vermitteln.


Daher lautet das wichtigste Argument für die Ausbildung:
Ausbildung im eigenen Unternehmen ist die beste Art, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu erhalten, die die speziellen Anforderungen des Betriebes heute und in Zukunft kennen und erfüllen.

Vorteile
Selbst auszubilden hat aber auch noch weitere Vorteile:
Geringere Einarbeitungskosten: Auszubildende kennen, anders als angeworbene Fachkräfte, den Betrieb schon sehr genau.
Geringere Anwerbekosten: Azubis zu suchen und einzustellen ist deutlich günstiger als die Akquisition von ausgebildeten Fachkräften. Das Unternehmen spart Kosten bei Stellenanzeigen, Auswahlverfahren usw.
Produktive Arbeit des Auszubildenden: Auszubildende können häufig schon frühzeitig produktive Arbeiten erledigen und erwirtschaften so Deckungsbeiträge für das Unternehmen.
Weniger Fehlbesetzungen: Sie haben zwei bis dreieinhalb Jahre Zeit, einen Auszubildenden kennenzulernen - ausreichend Gelegenheit, Motivation und Eignung zu prüfen.
Weniger Personalwechsel: Die Mitarbeiter entwickeln eine überdurchschnittliche Bindung an ihren Ausbildungsbetrieb.
Qualifikation nach Maß: Die Ausbildungsordnungen definieren einen Rahmen. Das Unternehmen kann die Ausbildung an seinen betrieblichen Anforderungen ausrichten.
Erhöhung der Flexibilität und Innovationsfähigkeit.
Verjüngung der Belegschaft.
Imagegewinn als Ausbildungsbetrieb.

Nachteile
Den Vorteilen stehen aber auch Nachteile gegenüber, die im Laufe der Ausbildung jedoch meistens an Bedeutung verlieren:
Verlorene Zeit für die Einarbeitung des Auszubildenden und die Wissensvermittlung - vor allem zu Beginn der Ausbildung.
"Reibungsverluste": Junge Menschen müssen sich erst an die Ernsthaftigkeit des Berufslebens gewöhnen und nehmen ihre beruflichen Pflichten anfangs nicht immer ernst genug.

Fazit
Die Fakten sprechen für die Berufsausbildung und wer jetzt noch argumentiert, dass Ausbildung zu teuer sei, sollte auch hier objektiv sein und nachrechnen.
Bilden Sie Ihre zukünftigen Fachkräfte selber aus.

Beispielhaft stellen wir Ihnen ein paar Möglichkeiten zur Rekrutierung eines Auszubildenden vor.


Schule
Nehmen Sie Kontakt mit den Schulen in Ihrer Nähe auf. Viele Lehrer sind dankbar über Unterstützung für einen praxisorientierten Unterricht.
Stellen Sie den Ausbildungsberuf vor. Nutzen Sie den Dialog mit den Jugendlichen.
Bieten Sie interessierten Schülern eine Betriebserkundung oder ein Betriebspraktikum an.
Für die Schule bieten wir Ihnen Informationsmaterial an (Broschüre, Postkarten, Flyer und Plakate – mit vielen Informationen plus Hinweis auf die Kampagne) und einem kleinen Ausstellungsstand (falls die Schulen mit dem Aufbau eines Standes einverstanden sind).

Tag der offenen Tür
Laden Sie Ihre Kunden ein. Stellen Sie Ihren Betrieb vor und präsentieren Sie sich als Ausbildungsbetrieb. Auch für diesen Tag stellen wir Ihnen gerne unseren mobilen Ausstellungsstand zur Verfügung. Dieser unterstützt Sie durch die Präsentation der Ausbildungskampagne mit unterschiedlichen Give-aways.

Ausbildungsmessen
Regionale Ausbildungsmessen sind ideal, sich als Ausbildungsbetrieb vorzustellen und direkt auf der Messe mit Interessierten, ins Gespräch zu kommen.
Damit sich die Jugendlichen auch im Nachgang ausreichend über den Ausbildungsberuf informieren können, bieten wir Ihnen Broschüren, Flyer und Postkarten an. Diese können Sie mit Ihren Daten bekleben/ beschriften.

Ausbildungsportale
Nutzen Sie die Azubi-Börse dieser Kampagne und stellen Sie Ihre offenen Plätze online.

Es gibt auch externe Plattformen (Link)

Eine weitere Alternative ist, eine Anzeige in Ihrer Region zu schalten.
Gerne unterstützen wir Sie bei der Anzeige. Schicken Sie uns eine E-mail.

Nutzen Sie die Ausbildungskampagne,
Sie als Ausbildungsbetrieb bekannt zu machen
und die Ausbildung als Mechaniker/-in für Reifen- und Vulkanisationstechnik zu bewerben.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Rekrutierung.

Bestellen Sie

Informationsbroschüre „Beruf mit Hightech-Profil“
Postkarten, Flyer
und Plakate  
Auch den Messestand (bestehend aus Theke, Roll-ups und Prospektständer) stellen wir Ihnen leihweise gerne zur Verfügung.

Schicken Sie uns eine Mail

Die Nachwuchswerbung wird in den nächsten Jahren immer wichtiger. Nach der demografischen Entwicklung wird es zunehmend schwieriger, freie Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen.

Bewerberauswahl, Bewerbung, Vertragsabschluss, Vergütung

Suche nach Auszubildenden
Um den geeigneten Bewerber zu finden, sollten Sie sich auf folgende Kriterien konzentrieren: Wo liegen die Kompetenzen und die Motivationen des Bewerbers? Welche körperlichen und intellektuellen Fähigkeiten setzen Sie voraus? Welches Sozialverhalten ist Ihnen wichtig? Welcher Bewerber passt in den Betrieb, zu Ihrem Team?
Halten Sie Augen und Ohren offen. Eine falsche Entscheidung kostet nicht nur den Auszubildenden Zeit und Kraft, sondern auch Ihnen und Ihrem Betrieb. Bereiten Sie die Auswahl der Bewerber, die Sie zum Vorstellungsgespräch einladen, gut vor. In dem persönlichen Gespräch nutzen Sie die Gelegenheit, den Bewerber kennenzulernen, seine sozialen Kompetenzen, seine Motivation und sein Engagement, für die Ausbildung herauszufinden.
Nehmen Sie sich viel Zeit für die Bewerberauswahl. Die investierte Mühe macht sich während der Ausbildung schnell bemerkbar und bezahlt. Ein paar Tipps finden Sie hier.

Bewerbung
Das Anschreiben
Auswertung des Anschreibens nach der äußeren Form (Rechtschreibung, Aufbau, Schriftbild, Formatierung) 
und der inhaltlichen Aussage (evtl. die Motivation des Jugendlichen, die Ausbildung als Mechaniker /-in für Reifen- und Vulkanisationstechnik zu machen).

Der Lebenslauf
Der Lebenslauf soll in strukturierter Form die bisherigen und wesentlichen Lebensabschnitte des Bewerbers wiedergeben.

Interessen 
Da die Bewerber in der Regel noch sehr jung sind, kann man evtl. an den Lieblingsfächern in der Schule oder durch die genannten Hobbys die besonderen Interessen und Fähigkeiten herausfinden.
Hat der Bewerber bereits Praktika absolviert, die mit der Kfz-, Reifenbranche oder einem anderen Handwerk zu tun hatten? Hat sein Hobby etwas mit Fahrzeugen zu tun? Hat er in seiner Freizeit handwerkliche Interessen? Ist er Fan eines Rennteams? Ist er gut in Mathematik oder Physik? Welche Motivation und welches Engagement bringt er im Bezug auf den Beruf des Mechanikers mit? Ist er im Team eines Mannschaftssports?
Bewerbungsfotos müssen aufgrund des Gleichstellungsgesetzes nicht beigefügt werden.

Zeugnisse
Zeugnisse zeigen, welche Interessen der Bewerber hat. Die Noten sind nicht unbedingt ausschlaggebend. Trotz schlechter Benotungen, können die handwerklichen, praktischen Fähigkeiten und die sozialen Kompetenzen ausgeprägt sein.
Wenn Sie einen Bewerber nicht berücksichtigen können, senden Sie die Unterlagen an ihn zurück. Verfassen Sie einen kurzen Text und bedanken Sie sich. Vermeiden Sie eine ausführliche Begründung, warum Sie sich gegen den Bewerber entschieden haben.

Vorstellungsgespräch
Das Vorstellungsgespräch dauert circa 45 Minuten.

Ziel des Gesprächs
Wie ist das Sozialverhalten des Bewerbers. Wo liegen seine Kompetenzen? Dabei geht es um Sozial - und Persönlichkeitskompetenzen, als auch um Leistungsvermögen und Leistungsbereitschaft. Da die Bewerber meistens noch sehr jung sind, kann vieles während der Ausbildung erlernt werden, soziale Kompetenzen sollten bereits vorhanden sein. Die Chemie muss stimmen. Passt der Bewerber in meinen Betrieb und zu meinem Team?
Während des Einstellungsgesprächs können Sie einen Eindruck über Eigeninitiative, Belastbarkeit, Arbeitsbereitschaft, aber auch Teamfähigkeit, Problemlöseverhalten, Selbstständigkeit und kommunikative Fähigkeiten erhalten.

Gesprächsgliederung
Um so viele Informationen wie möglich zu gewinnen, könnte ein Gespräch so ablaufen:
Begrüßung: Smalltalk und Einleitung des Gesprächs, Vorstellen des Betriebs
Interviewsituation: Bewerber stellt sich vor und erzählt von seiner Motivation, seinem beruflichen Werdegang und was ihn an Branche begeistert bzw. was er erwartet.
Gesprächsabschluss, Ausblick, Fazit

Gesprächsleitfaden zur Orientierung
Die Einleitung des Gesprächs
Fast jeder Bewerber ist vor einem Gespräch nervös. Jugendliche haben wenig bis keine Erfahrungen mit solchen Gesprächen. Es ist wichtig, dem Bewerber in den ersten Minuten ein gutes Gefühl zu geben, um ein entspanntes Gespräch führen zu können.
Nach der Begrüßung und der Platzzuweisung kann man das Gespräch (mit Eisbrecherfragen) einleiten: „Haben Sie gut hergefunden?“ „Hatten sie eine angenehme Anreise?“ „Von wo sind sie angereist?“
Das Interview
Je nach Situation, stellen sie zu Beginn Ihr Unternehmen und die Strukturen vor. Alternativ könnte der Bewerber erzählen, was er alles über den Betrieb, über die Ausbildung, über die Branche weiß und kann seine Interessen einbringen.
Interviewfragen könnten z.B. sein:
„Wie sind Sie auf unseren Betrieb aufmerksam geworden?“
„Warum möchten Sie bei uns Ihre Ausbildung machen?“
„Was wissen Sie bereits über unser Unternehmen?”
„Wie und wo haben Sie sich über unser Unternehmen informiert?”
„Was hat Sie dazu veranlasst, sich für diesen Ausbildungsberuf zu entscheiden?”
In dieser Interviewsituation sollten Sie die richtigen Antworten des Bewerbers bestätigen und dann um eigene Informationen z.B. Geschichte, Größe, Organisation und Spezialisierung/Besonderheiten des Unternehmens ergänzen.
Im Normalfall hat der junge Bewerber die Schule absolviert und ggf. noch Praktika absolviert. Die Schulnoten sollten auf Grund dessen nicht als Hauptauswahlkriterium dienen.
Fragen zur Schulzeit: Um den Bewerber besser kennen zu lernen, gehen Sie auf den schulischen Werdegang ein. Das Interesse des Bewerbers zeigt sich z.B., wenn Sie sich nach den verschiedenen Entwicklungen in den einzelnen Fächern  erkundigen.
Fragen zu Praktika: „Sie haben ein sehr gutes Zeugnis des Unternehmens X Ihren Bewerbungsunterlagen beigelegt. Was hat Ihnen dort besonders gefallen?”
„Was hat Sie bewogen, das Praktikum in der Firma X zu machen?”
Persönliche Fragen: Beachten Sie, dass hier nicht alle Fragen erlaubt sind. Es empfiehlt sich daher, mit „offenen” Fragestellungen (W-Fragen: wann, wo, wie, wer, ....), Informationen zu erhalten.
Das Gespräch kann gelenkt werden auf Beziehungen zu Eltern und Freunden (Soziales Umfeld)
Wie sozialverankert ist der Bewerber, Unterstützung und Leistungsforderung durch die Eltern, Freizeitinteressen, Hobbies?
- „Werden Sie von Ihren Eltern bei der Berufswahl und Bewerbung unterstützt?” „Was sagen Ihre Freunde/Bekannte zu Ihrer Berufswahl?”
„Sind Sie in einem Sportverein? Wie oft treiben Sie Sport in der Woche?”
„ Haben Sie einen eigenen PC? Können Sie in Ihrer Freizeit an einem PC arbeiten?” „Wie gelangen Sie in Zukunft zu Ihrem Ausbildungsbetrieb?”
Dieser Komplex kann mit einer Frage über die beruflichen Ziele des Bewerbers abgeschlossen werden. „Was erwarten Sie von der Ausbildung?“ „Wollen Sie in Zukunft in der Branche tätig sein?“
Um die rhetorischen Fähigkeiten und das Sozialverhalten besser beurteilen zu können, ist es sinnvoll, sich während des Bewerbungsgesprächs über ein Thema aus dem beruflichen/schulischen Alltag, aus der Presse oder dem allgemeinen sozial-politischen Bereich zu unterhalten.
Am Ende sollte der Bewerber noch die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und Unklarheiten zu klären. 
Aus den bisherigen Antworten kann man z.B. folgende Fähigkeiten des Bewerbers ableiten:
Überzeugungskraft der Argumente, rhetorische und kommunikative Fähigkeiten
Fähigkeit sich auf Gesprächspartner und –inhalte einstellen zu können, Kontaktfähigkeit, Sympathie, konkrete Interessen für den gewählten Ausbildungsberuf, soziale Verankerung.

Gesprächsabschluss/Ausblick
Fassen Sie den Verlauf des Gespräches zusammen. Gehen Sie auf positive Eindrücke ein. Dem Bewerber muss ein Zeitrahmen genannt werden, indem er Rückmeldung bekommt, bzw. wie das Bewerbungsverfahren weiter verläuft. Dies muss neutral erfolgen, ohne Hoffnungen oder Zusagen zu machen.

Betriebs/ Probepraktikum
Ist der Bewerber der Richtige? Ein Probepraktikum –vor Abschluss des Ausbildungsvertrages- könnte Klarheit schaffen. In dieser Zeit können Sie beurteilen, ob der Bewerber in Ihren Betrieb passt.
Aus den Zeugnissen, der bereits absolvierten Praktika, lässt sich ggf. ersehen, ob der Bewerber wichtige Qualifikationen schon mitbringt.


Einstellung
Wichtige Punkte vor dem Ausbildungsstart:
Die ärztliche Erstuntersuchung, die Anmeldung zur Sozialversicherung, die Abführung der Lohnsteuer oder der Kirchensteuer, die Anmeldung bei der Berufsschule, das Führen des Ausbildungsnachweises oder den Aushang von Gesetzen im Betrieb.

Berufsausbildungsvertrag
Der Berufsausbildungsvertrag wird zwischen dem Ausbildenden (Betrieb) und dem Auszubildenden geschlossen und muss unverzüglich nach Abschluss, spätestens aber vor Beginn der Berufsausbildung schriftlich niedergelegt werden. Ein mündlicher Vertrag ist zwar rechtlich möglich, trotzdem ist es notwendig, spätestens vor Ausbildungsbeginn die wesentlichen Vertragsinhalte schriftlich zu fixieren.
Bei minderjährigen Auszubildenden müssen die gesetzlichen Vertreter (Eltern oder Erziehungsberechtigte) den Vertrag ebenfalls unterzeichnen.
Vor Vertragsabschluss müssen Sie dem potenziellen Auszubildenden alle bekannten Umstände offen legen, die einer erfolgreichen Durchführung der Ausbildung im Wege stehen könnten (z.B. drohende Insolvenz oder Überschuldung, Probleme bei der Eignung der Ausbildungsstätte). Wenn hier Fehler begangen werden und der Auszubildende einen Schaden erleidet, hat dieser Anspruch auf Schadensersatz.
Stellen Sie sicher, dass Sie alle gesetzlich vorgeschriebenen Vertragsinhalte berücksichtigen. Benutzen Sie deshalb die Vertragsvordrucke der zuständigen Kammer, um alle rechtlich zwingenden Inhalte des Vertrags zu regeln. Vermeiden Sie alle sonstigen möglichen Situationen niederzuschreiben. Schlimmstenfalls führen diese zur Nichtigkeit des Vertrages und eventuellen Schadenersatzzahlungen des Ausbildungsbetriebes.
Sprechen Sie bei Abschluss des Berufsausbildungsvertrages mit dem Auszubildenden (und den Eltern bei Minderjährigen) über die aufgeführten Bestimmungen, insbesondere die Rechte und Pflichten der beiden Vertragspartner eingehend durch.
Schicken Sie den vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Berufsausbildungsvertrag an die zuständige Kammer oder Innung/Kreishandwerkerschaft. Dort werden die Vertragsinhalte geprüft und von der Handwerkskammer in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverträge eingetragen.

Vergütung
Der Ausbildungsbetrieb muss dem Auszubildenden eine angemessene Vergütung bezahlen, die mit fortschreitender Berufsausbildung mindestens jährlich ansteigt.
Bei der Ausbildung zum Mechaniker /-in für Reifen und Vulkanisationstechnik gibt es  tarifliche Regelungen. Den Tarifvertrag finden Sie hier (Link).
Beispielhafte Ausbildungsvergütung nach dem neuen Tarifvertrag der Innung Bayern pro Monat:
Ausbildungsjahr: € 679
Ausbildungsjahr: € 739
Ausbildungsjahr: € 798

Probezeit
Die Berufsausbildung beginnt mit einer Probezeit. Diese Zeit ist wichtig, damit sich der Ausbildungsbetrieb und der Auszubildende kennenlernen können. Dies gibt dem Betrieb Sicherheit, dass der Auszubildende für den Beruf geeignet ist und sich in die betrieblichen Abläufe einfügen kann.
Voraussetzung dafür ist eine angemessene Gestaltung der Ausbildung während der Probezeit, um eine gerechte Beurteilung zu ermöglichen. Sollten Sie feststellen, dass sich der Auszubildende nicht für die Ausbildung eignet, können Sie den Ausbildungsvertrag grds. ohne Begründung beenden.
Nach Ablauf der Probezeit kann ein Ausbildungsverhältnis seitens des Betriebes nur noch bei Vorliegen eines wichtigen Grundes gekündigt werden.

Ärztliche Erstuntersuchung
Nach § 32 des Jugendarbeitsschutzgesetzes darf ein Jugendlicher nur beschäftigt werden, wenn er innerhalb der letzten 14 Monate vor Eintritt in das Berufsleben von einem Arzt untersucht wurde und dem Arbeitgeber eine von diesem Arzt ausgestellte Bescheinigung vorliegt. Ohne die Bescheinigung ist eine Eintragung in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse nicht möglich.
Bei dieser ärztlichen Erstuntersuchung handelt es sich nicht um eine gesundheitliche Eignungsfeststellung für einen bestimmten Beruf. Vielmehr soll der Ausbildungsbetrieb prüfen, ob unter Beachtung eventueller Beschäftigungsverbote (körperliche Einschränkungen, Allergien) eine Ausbildung in einem bestimmten Beruf sinnvoll ist.
Berechtigungsscheine für die Untersuchung werden von der zuletzt besuchten Schule ausgegeben oder sind beim Gewerbeaufsichtsamt erhältlich. Bei volljährigen Auszubildenden entfällt die ärztliche Erstuntersuchung.

Sozialversicherungsbeiträge
Der Auszubildende unterliegt der Sozialversicherungspflicht (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherung).
Die Anmeldung für die Sozialversicherungen erfolgt durch den Ausbildungsbetrieb (nach Vorlage des Sozialversicherungsausweises) bei der gewählten Krankenkasse. Sie muss mit der ersten Entgeltabrechnung, spätestens jedoch 6 Wochen nach Beginn der Ausbildung, erfolgen. Besitzt der Auszubildende keinen Sozialversicherungsausweis, muss die Meldung innerhalb von 3 Tagen erfolgen.
Der Ausbildungsbetrieb trägt die gesamten Sozialversicherungsbeiträge zur Kranken-,Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung alleine, wenn die monatliche Ausbildungsvergütung die Geringverdienstgrenze von derzeit 325 Euro (Stand Dezember 2012) nicht übersteigt.
Liegt die Ausbildungsvergütung über diesem Betrag, werden die Beiträge jeweils zur Hälfte vom Ausbildungsbetrieb und vom Auszubildender getragen.
Der Unfallversicherungsschutz beginnt mit der Aufnahme der Berufsausbildung im Betrieb. Eine namentliche Anmeldung des Auszubildenden zur gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) ist in der Regel nicht notwendig. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung bringt der Ausbildungsbetrieb unabhängig von der Höhe der Ausbildungsvergütung alleine auf.

Lohnsteuerkarte
Die klassische Lohnsteuerkarte wurde durch ein elektronisches Verfahren ersetzt.
Für den Abruf werden die Steuer-Identifikationsnummer und das Geburtsdatum jedes Auszubildenden benötigt.

Arbeit -und Aufenthaltserlaubnis?
Klären Sie bei den Bewerbern zunächst stets die Staatszugehörigkeit anhand des Ausweises oder Reisepasses.
Bewerber aus der Europäischen Union: Seit dem 1. Mai 2011 können Bewerber aus fast allen EU-Staaten ungeachtet ihres Wohnortes ausgebildet werden. Eine Arbeitsgenehmigung-EU ist nicht mehr notwendig.
Bewerber aus Drittstaaten: Bei Bewerbern aus Drittstaaten muss dem Ausbildungsbetrieb vor Beginn der Ausbildung die gültige „Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis“ (Aufenthaltstitel zur Ausübung einer Beschäftigung)vorliegen. Ein Verstoß kann mit hohen Geldstrafen geahndet werden.

Anmeldung Berufsschule
Der Auszubildende muss unmittelbar nach Abschluss des Ausbildungsvertrages an der zuständigen Berufsschule durch den Betrieb angemeldet wird.

Bereitstellung der Ausbildungsmittel
Der Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, die „Ausbildungsmittel“, insbesondere Werkzeuge, Bücher und Werkstoffe, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen erforderlich sind, kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Berichtsheft
Das Berichtsheft ist die zeitliche und sachliche Dokumentation der Ausbildung. Es muss regelmäßig vom Betrieb kontrolliert werden. Das Berichtsheft muss dem Auszubildenden kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Das vollständige Berichtsheft gehört zu den Zulassungsvoraussetzungen der Prüfung.

Hinweis auf Unfallgefahren
Vor Beginn der Beschäftigung muss der Betrieb über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, denen Auszubildende bei der Beschäftigung ausgesetzt sind, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren informieren.
Bei Jugendlichen muss diese Unterweisung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz mindestens halb- jährlich wiederholt werden. Jugendliche dürfen nicht bei gefährlichen Arbeiten (bspw. die physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen) beschäftigt werden. Ausnahmen bestehen u.a. nur, wenn es zum Erreichen des Ausbildungsziels notwendig ist und eine fachkundige Aufsicht den Schutz des Jugendlichen gewährleistet.

Aushang von Gesetzen
Wenn Auszubildende unter 18 Jahren eingestellt werden, muss das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Anschrift der zuständige Aufsichtsbehörde im Betrieb zur Einsicht ausgehängt werden. Ein Verstoß der Aushangpflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung: ÜLU
 ÜLU ist ein fester Bestandteil der Ausbildung im Reifenhandwerk. Als Teil der Ausbildungsphasen ist die überbetriebliche Ausbildung fest im dualen System der deutschen Berufsbildung verankert und erfüllt hier einen wichtigen Zweck: Wegen zunehmender Spezialisierung können viele Ausbildungsbetriebe heute einem Auszubildenden nicht mehr alle laut Ausbildungsordnung zu seinem Beruf gehörenden Fertigkeiten und Kenntnisse vermitteln.
Die Innungen und Kammern haben deshalb Werkstätten eingerichtet, in denen die Azubis ergänzend zur Ausbildung in Betrieb und Berufsschule spezielle, berufsspezifische Lehrgänge absolvieren. Zeitintensive Ausbildungsinhalte werden hier auch vermittelt, ohne den betrieblichen Ablauf zu stören.
Die beiden zentralen Ausbildungsorte für das Reifenhandwerk sind das für Azubis aus Nordrhein- Westfalen zuständige Hans-Schwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen sowie die Stahlgruber-Stiftung in München für den Berufsnachwuchs aus allen anderen Bundesländern. Hier werden die Lehrlinge in folgenden, jeweils einwöchigen Lehrgängen überbetrieblich geschult:

• Fachrichtung Reifen-/Fahrwerktechnik:
- Zweiradreifen, Rad- und Reifensysteme
- Beurteilung und Reparatur von Reifen
- Instandsetzungsarbeiten an Fahrwerken, Baugruppen und Systemen, Verändern der Fahrdynamik
• Fachrichtung Vulkanisationstechnik:
- Fördergurte und Gummiauskleidungen
- Instandsetzen und Erneuern von Reifen


Der BRV lädt die Junghandwerker zu den jeweiligen Lehrgängen ein und stellt den entsendenden Unternehmen den Teil der Kosten in Rechnung, den sie nach Abzug der – ebenfalls vom BRV beantragten – Zuschüsse von Bund und Ländern (die etwa zwei Drittel der Gesamtkosten abdecken) selbst tragen müssen.

Der erste Eindruck zählt.
Die ersten Tage sind wichtig für den Auszubildenden und den Betrieb. Bereiten Sie sich auf den ersten Tag des Auszubildenden vor und geben Sie ihm das Gefühl, willkommen zu sein.
Begrüßung
Vom ersten Tag an sollen sich die Auszubildenden wertgeschätzt fühlen. Um die Ausbildung einzuläuten, sollten Sie persönlich vom Chef begrüßt werden. 

Vorstellung des Ausbilders
Vorstellung des Ausbilders und Erläuterung der wichtigsten 
Regelungen zum Ausbildungsbeginn. Der Ausbilder ist die wichtigste Bezugsperson der kommenden Ausbildungsjahre. Er ist für diverse Fragen des Auszubildenden zuständig: z.B. Arbeitszeit: Beginn, Ende und Pausen, Arbeits- und Schutzkleidung, Urlaubsregelung, Ausbildungsvergütung: Termin und Zahlungsweise, Rechten und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag, Betriebliche Ordnung (z.B. Rauchverbot), Modalitäten bei einer Krankmeldung, Weisungsbefugnissen, Berichtsheft überreichen und dessen Funktion und Führung erklären.

Vorstellung der Mitarbeiter und der betrieblichen Einrichtungen
Bei einem gemeinsamen Rundgang durch den Ausbildungsbetrieb werden Personen und Kollegen vorgestellt, mit denen der neue Auszubildender zusammenarbeiten wird und die ihm gegenüber weisungsbefugt sind. Der Auszubildende lernt die betrieblichen Einrichtungen und Räume kennen.

Informationen über Sicherheitsbestimmungen
Unfallverhütungsvorschriften mit Hinweis auf besondere Gefahrenstellen im Betrieb, Brandschutzvorschriften, schriftliche Dokumentation der Einweisung, Schutzkleidung, Verhalten bei Unfällen, Vorstellung des Ersthelfers, Vorstellung des Sicherheitsbeauftragten.

Der Arbeitsplatz
Der Auszubildende bekommt seinen Arbeitsplatz zugewiesen, und die benötigten Arbeitsmittel ausgehändigt. Er bekommt eine Beschreibung und Einführung in seine kommenden Tätigkeiten während der Ausbildung, und wird in die Bedienung der Maschinen eingewiesen. Zudem wird er über die Ausbildungsordnung informiert.

Ärztliche Nachuntersuchung
Ein Jahr nach Aufnahme der ersten Beschäftigung ist der Jugendliche verpflichtet, dem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über die Nachuntersuchung vorzulegen.

Ausbildungsordnung
Die Berufsausbildung wird verbindlich nach der Ausbildungsordnung planmäßig, sachlich und zeitlich gegliedert durchgeführt. Die Ausbildungsordnung wird vom Rahmenlehrplan der Berufsschule ergänzt. Die Ausbildungsordnung finden Sie hier.

Besuch der Berufsschule
Der Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, den schulpflichtigen Auszubildenden zur Teilnahme am Berufsschulunterricht anzuhalten und freizustellen. Der Ausbildungsbetrieb darf den Auszubildenden während dieser Zeit nicht beschäftigen.
Bei volljährigen Auszubildenden besteht der Freistellungsanspruch zum Besuch der Berufsschule nur dann, wenn sich die Zeiten des Berufsschulunterrichts und der betrieblichen Ausbildungszeit überschneiden. Berufsschulzeiten, die außerhalb der betrieblichen Arbeitszeit stattfinden, werden also nicht auf diese angerechnet und die Summe aus Berufsschulunterricht und betrieblicher Ausbildungszeit kann höher sein, als die vereinbarte tarifliche Ausbildungszeit, höchstens jedoch 48 Wochenstunden.

Zwischenprüfung
Bei der Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationshandwerk legt der Auszubildende während der Ausbildung eine Zwischenprüfung entsprechend der Ausbildungsordnung ab. Der Ausbildungsbetrieb muss den Auszubildender zur Teilnahme an der Zwischenprüfung freistellen.

Überbetriebliche Unterweisung
Die überbetriebliche Unterweisung gewährleistet eine breite Grundausbildung und vervollständigt die betriebliche Ausbildung. Zudem gleicht sie Spezialisierungen der Betriebe aus und informiert über technische und wirtschaftliche Veränderungen.

Vertragsänderungen
Wesentliche Änderungen des Berufsausbildungsvertrages müssen der Kammer unverzüglich schriftlich mitgeteilt werden. Dies könnte z.B. eine vorzeitige Beendigung der Ausbildung durch Kündigung oder einen Aufhebungsvertrag, der Wechsel des Ausbilders oder der Wechsel der angegebenen Fachrichtung sein.

Verkürzung der Ausbildungszeit
Die reguläre Ausbildungszeit kann bei gegenseitigem Einverständnis unter bestimmten Voraussetzungen bereits bei Abschluss des Lehrvertrages, also vor Beginn der Ausbildung verkürzt werden (z.B. Berufsgrundschuljahr, Berufsfachschule, Abitur, abgeschlossene Berufsausbildung etc.).
Eine Verkürzung nach Beginn der Ausbildung ist möglich, wenn der Auszubildende sowohl in der betrieblichen Ausbildung als auch in der Berufsschule jeweils gute Leistungen zeigt. Dafür ist ein gemeinsamer Antrag des Auszubildenden und des Ausbildungsbetriebes notwendig. Die zuständige Handwerkskammer entscheidet sowohl vor, als auch nach Beginn der Ausbildung über die Verkürzung.

Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses nach der Probezeit
Eine Kündigung des Ausbildungsverhältnisses nach Ablauf der Probezeit ist für den Ausbildungsbetrieb nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich. Ein wichtiger Grund ist dann gegeben, wenn die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls bei Abwägen der Interessen beider Vertragsparteien nicht länger zumutbar ist.
Kündigungsgründe können verhaltensbedingt, personenbedingt oder betriebsbedingt sein.
Bei Jugendlichen muss die Kündigung an die Erziehungsberechtigten adressiert werden. Bevor es soweit kommt, sollte in der Regel schriftlich abgemahnt und die Kündigung darin angedroht werden.
In der fristlosen, schriftlichen Kündigung müssen die wichtigen Kündigungsgründe angeführt werden. Die fristlose Kündigung muss unverzüglich, spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntwerden des wichtigen Kündigungsgrundes erfolgen. Eine nach dieser Frist erfolgte Kündigung ist unwirksam.

Aufhebungsvertrag
Eine Aufhebung des Berufsausbildungsverhältnisses ist jederzeit, auch in Fällen, in denen eine Kündigung z.B. durch besondere Kündigungsschutzregeln unzulässig wäre, in beidseitigem Einvernehmen möglich.
Es empfiehlt sich, um eine Anfechtung wegen fehlender Aufklärung zu vermeiden, dem Auszubildender die Bedeutung der Aufhebung zu erklären. Zur Aufklärung gehört der Hinweis, dass er nicht verpflichtet ist, einem Aufhebungsvertrag zuzustimmen. Zudem muss der Auszubildende bei besonderen Kündigungsschutzvorschriften aufgeklärt werden, dass eine Kündigung unzulässig wäre.
Ein Aufhebungsvertrag bedarf bei minderjährigen Auszubildenden der Genehmigung der gesetzlichen Vertreter (Unterschrift der Eltern oder Erziehungsberechtigten).
Wichtig ist, den Aufhebungsvertrag aus Beweisgründen schriftlich festzuhalten.
Eine Kopie des Aufhebungsvertrages muss unverzüglich (ggf. über die zuständige Kreishandwerkerschaft oder Innung) an die Kammer gesendet werden.

Vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung
Bei guten Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule kann der Auszubildende bereits in der Regel sechs Monate vor seinem regulären Prüfungstermin zur Prüfung zugelassen werden. Die vorzeitige Zulassung sollte rechtzeitig bei der zuständigen Kammer beantragt werden, die Entscheidung trifft der Prüfungsausschuss.
Das Ausbildungsverhältnis endet mit dem vorzeitigen Bestehen der Prüfung.

Der Berufsausbildungsvertrag ist arbeitsrechtlich gesehen ein befristeter Vertrag, der mit Ablauf der vereinbarten Ausbildungszeit endet. Besteht der Auszubildende vor Ablauf der Ausbildungszeit die Abschlussprüfung, so endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses durch den Prüfungsausschuss.

A) Die Abschlussprüfung    
Voraussetzung zur Abschlussprüfung:
Ausbildungszeit muss absolviert sein oder wessen Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet.
Bestandene Zwischenprüfung, vollständiges Berichtsheft
wessen Ausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse eingetragen ist
Die Prüfungsgebühr trägt immer der Ausbildungsbetrieb.

B) Wenn abzusehen ist, dass der Auszubildende aufgrund besonderer Umstände (z.B. lange Krankheit, Behinderung) das Ausbildungsziel in der vorgesehen Zeit nicht erreicht, kann der Auszubildende bei der Kammer die Verlängerung der Ausbildungszeit beantragen.

C) Verlängerung der Ausbildungszeit bei nicht bestandener Prüfung.
Besteht der Auszubildende die Abschlussprüfung oder die erste Wiederholungsprüfung nicht, verlängert sich das Ausbildungsverhältnis auf seinen Antrag zwingend bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung.
Das gilt auch, wenn einzelne Prüfungsteile nicht bestanden wurden, oder wenn der Auszubildende wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit nicht in der Lage war, an der Prüfung teilzunehmen. Die Innung muss hierüber unverzüglich benachrichtigt werden.
Besteht der Auszubildende die erste Wiederholungsprüfung nicht und stellt (er) einen erneuten Antrag auf Verlängerung, so verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis bis zur zweiten Wiederholungsprüfung.
Im gestreckten Prüfungsverfahren kann die Verlängerung erst nach Abschluss der gesamten Prüfung (Teil 1 und 2) beantragt werden.

D) Weiterbeschäftigung nach der Berufsausbildung
Grundsätzlich gibt es keine Verpflichtung, einen Auszubildenden nach der Ausbildung weiter zu beschäftigen. Auch ein Auszubildender unterliegt keiner rechtlichen Verpflichtung, nach der Ausbildung im Ausbildungsbetrieb zu bleiben. 
Wird ein Auszubildender jedoch nach bestandener Abschlussprüfung stillschweigend weiterbeschäftigt, so gilt ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als begründet. Dabei reicht es, wenn am ersten Tag nach erfolgreicher Prüfung der Auszubildender einen Tag arbeitet, ohne dass hierüber eine Vereinbarung besteht.

E) Ausbildungszeugnis
Der Auszubildende hat bei Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses einen gesetzlichen Anspruch auf ein Zeugnis – auch wenn er im gleichen Betrieb weiterbeschäftigt wird.
Das einfache Zeugnis wird vom Ausbildungsbetrieb (Ausbildender und Ausbilder) erstellt und unterzeichnet. Es enthält Angaben über den Ausbildungsberuf, die Ausbildungsdauer, das Ausbildungsziel sowie die Gesellen- oder Abschlussprüfung und über die erworbenen Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse des Auszubildenden.
Auf Verlangen des Auszubildenden müssen auch Angaben über Führung, Leistung und besondere fachliche Fähigkeiten aufgenommen werden (qualifiziertes Zeugnis).


Binden des Auszubildenden
Nun ist aus dem Auszubildenden ein qualifizierter Berufseinsteiger geworden. Damit Sie noch lange und erfolgreich zusammenarbeiten, sollten Sie Ihren Auszubildenden von Anfang an Ihren Betrieb binden. Dies gelingt durch ein gutes Arbeitsverhältnis, guter Betreuung und Förderung. 
Denken Sie daran, dass es immer schwieriger wird, gelernte Fachkräfte eizustellen.

Es gibt einige Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildungen. Mehr dazu erfahren Sie hier: Schülern und Interessierten.

Ein paar Tipps und Links haben wir Ihnen hier zusammengestellt. Jedes Bundesland hat andere Ansprechpartner und unterschiedliche Programme.

Flüchtlinge in der Berufsausbildung
Fragen und Antworten zum Aufenthaltsstatus und zum Zugang zur Berufsausbildung


Willkommenslotsen.
Die Richtlinie zur Durchführung des Programms "Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften"
Willkommenslotsen

Flüchtlinge und Ausbildung - ein Leitfaden
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat einen sehr umfangreichen Leitfaden veröffentlicht: www.jobstarter.de

Hier finden Sie grundlegende und verständliche Informationen zum Asylverfahren und zu den Voraussetzungen für einen Einstieg in die duale Ausbildung. Zudem werden die vom Bund geförderten Beratungs- und Unterstützungsangebote präsentiert, sowie zahlreiche Hinweise auf kostenlose Publikationen und Downloads zum Thema gegeben.

 

Ein Leitfaden hat die IHK München veröffentlicht
IHK veröffentlicht Leitfaden für Unternehmen / Auch telefonische Beratung möglich
München – Dem Freistaat Bayern sind in 2015 rund 160.000 Flüchtlinge zugeteilt worden. Viele von ihnen wollen nun arbeiten oder eine Ausbildung beginnen. Bevor ein Betrieb einen Flüchtling einstellen kann, sind aber viele Fragen zu klären. In welchen Fällen müssen Ausländerbehörde oder Arbeitsagentur die Beschäftigung genehmigen? Gibt es Wartefristen für Flüchtlinge, die einen Job, ein Praktikum oder eine Ausbildung aufnehmen wollen? Welche Möglichkeiten der Sprachförderung gibt es? Die IHK für München und Oberbayern hat die wichtigsten Informationen in der Broschüre „Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit – Leitfaden für Unternehmen“ gesammelt, die online unter www.muenchen.ihk.de/fluechtlinge abrufbar ist. Unter 089 5116-0 beantwortet das IHK-Informations- und Servicezentrum auch telefonische Nachfragen.
Leitfaden hat die IHK München


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Flüchtlingspolitik:
Anwendungshinweise des Bundesinnenministeriums zur Ausbildungsduldung („3+2“-Regelung)

Die mit dem Integrationsgesetz im August 2016 in Kraft getretene „3+2“-Regelung für eine Duldung von Flüchtlingen, die eine Berufsausbildung aufnehmen (§ 60a Abs. 2 Satz 4 ff. AufenthG), hat in vielen Fällen nicht die vom Handwerk erwartete Rechtssicherheit für die Betriebe und die betroffenen Flüchtlinge gebracht. Dies gilt insbesondere für diejenigen Bundesländer, die die „3+2“-Reglung in der Praxis sehr restriktiv anwenden.

Das Bundesministerium des Innern hat nun am 30. Mai 2017 „Allgemeine Anwendungshinweise zur Duldungserteilung nach § 60a Aufenthaltsgesetz“ erlassen (s. Anlage). Diese Anwendungshinweise sind nicht rechtsverbindlich, haben aber ermessenslenkende Wirkung für die Auslegung der Vorschriften des Aufenthaltsgesetzes durch die Ausländerbehörden der Länder. Insoweit ist es bereits ein Fortschritt, dass mit diesen Anwendungshinweisen zumindest die Grundlage für eine weitgehend bundeseinheitliche Handhabung der Vorschriften des § 60a AufenthG gewährleistet wird.

So wird klargestellt, dass in den Anwendungsbereich von § 60a Abs. 2 Satz 4 ff. AufenthG neben den üblichen betrieblichen Berufsausbildungen auch qualifizierte Berufsausbildungen an Berufsfachschulen und auch in einem dualen Studiengang durchgeführte Berufsausbildungen unter den Anwendungsbereich dieser Regelung fallen. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass Einstiegsqualifizierungen oder andere Qualifizierungsmaßnahmen, die die Flüchtlinge erst an eine Berufsausbildung heranführen, grundsätzlich keine qualifizierte Berufsausbildung im Sinne dieser Vorschrift sind. (s. Teil IV, Seite 10).

Zu der in der Praxis immer wieder strittigen Frage, ab welchem Zeitpunkt die „3+2“- Regelung ihre schützende Wirkung entfaltet, wird ausgeführt, dass grundsätzlich ein enger zeitlicher Zusammenhang mit der geplanten Aufnahme der Berufsausbildung vorliegen muss, was im Regelfall dann der Fall ist, wenn die tatsächliche Aufnahme der Berufsausbildung in ‚wenigen Wochen‘ erfolgen wird. 
Aber auch für den Fall eines mehrmonatigen Vorlaufs zwischen dem Abschluss des Ausbildungsvertrages und dem tatsächlichen Ausbildungsbeginn kann eine Ausbildungsduldung nach dem Ermessen der Ausländerbehörden gerechtfertigt sein, soweit zu diesem Zeitpunkt konkrete Maßnahmen zu Aufenthaltsbeendigung noch nicht eingeleitet wurden, der Ausbildungsvertrag in die Lehrlingsrolle eingetragen wurde und keine Gründe für eine Versagung der Beschäftigungserlaubnis bestehen. Eine entsprechende Ermessenreduzierung soll grundsätzlich auch bei der Durchführung berufsvorbereitender Maßnahmen wie insbesondere Einstiegsqualifizierungen gelten (Teil IV, Abschnitt 3, Seite 12 ff.).

Von praktischer Relevanz sind zudem die Ausführungen in Teil IV, Abschnitt 4 bis Abschnitt 7, über das Verhältnis der Ausbildungsduldung zu aufenthaltsbeendenden Maßnahmen, Verfahren bei nicht bestandener Abschlussprüfung sowie Hinweise für den Beginn einer Berufsausbildung bereits während eines Asylverfahrens.

 

- Jugendschutzgesetz

- Ausbildungsordnung

- Abmahnung bei Volljährigen

- Abmahnung bei Minderjährigen

- Kündigung des Ausbildungsverhältnisses durch den Ausbildenden 
in der Probezeit bei Volljährigen
- Kündigung des Ausbildungsverhältnisses durch den Ausbildenden 
in der Probezeit bei Minderjährigen
- Kündigung des Ausbildungsverhältnisses durch den Ausbildenden 
nach der Probezeit bei Volljährige
- Kündigung des Ausbildungsverhältnisses durch den Ausbildenden 
der Probezeit bei Minderjährigen
- Aufhebungsvertrag

- Urlaubsbescheinigung

- Einfaches Ausbildungszeugnis
- Qualifiziertes Ausbildungszeugnis

Die Ausbildung läuft unterschiedlich ab. Entweder erfolgt die Ausbildung im 1. Ausbildungsjahr in Kfz-Klassen vor Ort oder schon in den vier Berufsschulen für das Vulkaniseur-/Reifenmechanikerhandwerk, die es im Bundesgebiet gibt.
 
Berufsschulen:
 
Köln
 
Nicolaus-August-Otto Berufskolleg
Eitorfer Straße 16
50679 Köln
Telefon: +49(0)221 221 911 41
Telefax: +49(0)221 221 911 36
E-Mail: naob-sekretariat@schulen-koeln.de
http://www.naob-koeln.de
 
Burgdorf
 
BBS Burgdorf Berufsbildende Schulen
Berliner Ring 28
31303 Burgdorf
Telefon 05136 8992-0
E-Mail: office@bbs-burgdorf.de
http://www.bbs-burgdorf.de
 
München
 
Städt. Berufsschule für Fahrzeug- und Luftfahrttechnik
Elisabethplatz 4
80796 München
Tel: 089/233-43200
Fax: 089/233-43210
E-Mail: bs-fahrzeugtechnik@muenchen.de
http://www.bsfahrz.musin.de
 
Fürstenwalde
 
Europaschule
Oberstufenzentrum Oder-Spree
Palmnicken 1
15517 Fürstenwalde/Spree
Telefon: 03361 • 3762–101
Telefax: 03361 • 3762–201
E-Mail: sekretariat@osz-oder-spree.de
http://www.osz-oder-spree.de