Bundesleistungswettbewerb im Reifenhandwerk: Hessens Landessieger Noel Knöckel erlangt auch den Bundessieg

Noel Knöckel von Reifen Hofmann GmbH & Co. KG aus Bebra ist Deutschlands bester Geselle im Reifenhandwerk 2016. Beim diesjährigen Bundesleistungswettbewerb der Vulkaniseur-Hand­werksjugend erreichte der im Schwerpunkt Reifen-/Fahrwerktechnik ausgebildete Nachwuchshandwerker mit 85,7 von maximal 100 erreichbaren Punkten die Note „gut“.

 


 

Ausbildung im Reifenhandwerk – Fragen an den Sieger im Bundesleistungswettbewerb 2015, Tobias Lacina

 

Was hat Dich auf die Idee gebracht, Deine Ausbildung im Reifenhandwerk zu machen?
Das Reifenhandwerk ist kompliziert und nach den ersten Erkundungstagen hat mich das Thema gefesselt.

Welchen Schulabschluss hast Du?
Ich habe den ganz normalen qualifizierten Abschluss an der Realschule.

Wo hast Du Deine Ausbildung gemacht und wie lange hat sie gedauert?
Bei Reifen Feneberg in Kempten. Der Meister Herr Dirk Bialek hat mich in der ganzen Ausbildungszeit ganz toll betreut und gefördert. Neben der Zeit in der Runderneuerung konnte ich viel Erfahrung in den Servicebetrieben von Reifen Feneberg sammeln.

Wie muss man sich als Schulabgänger so eine Ausbildung vorstellen? Wie läuft das ab?
Am Anfang ist es, wohl überall, etwas ungewohnt. Nach den ersten Tagen habe ich aber   das Ziel verstanden und ich bin froh in einem solchen Handwerk mich zum Spezialisten habe ausbilden lassen. Das ist ein besonderer Beruf und den übe ich auch mit Leidenschaft aus.

Was hat Dir während der Lehrzeit besonders gefallen?
Der Umgang mit der Technik und die vielseitige Materialkunde. Das ist spannend.

Und was nicht?
Naja, es bleibt auch die eine oder andere Reinigungsarbeit über. Für eine sehr gute Qualität ist das unbedingt notwendig.

Was muss man Deiner Ansicht nach an Fähigkeiten mitbringen, um ein guter Reifenhandwerker zu werden?
Technisches Geschick, Verständnis, Interesse und ein wenig Geduld.

Du bist Sieger des letztjährigen Bundesleistungswettbewerbs im Reifenhandwerk. Was musstest Du dafür tun?
Ich habe mich ganz, ganz intensiv darauf vorbereitet. Wir haben ganz viele diverse Fälle an den Reifen bearbeitet. In Summe Übung, Übung und nochmals Übung!

Was hat Dich motiviert, an dem Wettbewerb teilzunehmen?
Die Neugierde, wie es um den Beruf steht und wie die Kollegen drauf sind!

Was hat Dir die Teilnahme gebracht?
Das war wirklich spannend. Man kommt mit Gleichinteressierten zusammen.

Jetzt bist Du Handwerksgeselle und Bundessieger. Wie geht es für Dich beruflich weiter?
Ich möchte gerne bei meinem Ausbildungsbetrieb weitermachen. Das macht Spaß und ich habe hier gute Entwicklungschancen. Ich will auch im Allgäu bleiben.

Würdest Du die Ausbildung im Reifenhandwerk weiterempfehlen?
JA, immer

Reifenhandwerk: Tobias Lacina ist bester Geselle 2015!

Tobias Lacina von Reifen Feneberg in Kempten/Allgäu ist Deutschlands bester Geselle im Reifenhandwerk. Beim diesjährigen Bundesleistungswettbewerb der Vulkaniseur-Handwerksjugend erreichte der im Schwerpunkt Reifen-/Fahrwerktechnik ausgebildete Nachwuchshandwerker sagenhafte 96,5 von maximal 100 erreichbaren Punkten und damit eine glatte „Eins“.

Die Ausscheidung für das Reifenhandwerk ist Bestandteil des vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) jährlich für alle Gewerke ausgeschriebenen Leistungswettbewerbs des deutschen Handwerks und wird vom Reifen-Fachverband BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, Bonn) initiiert. In diesem Jahr folgten fünf der insgesamt sechs zuvor von den Vulkaniseurinnungen ermittelten Landessieger seiner Einladung und traten am 19. November in den Schulungsräumen der Stahlgruber-Stiftung München zum Bundeswettbewerb an. Innerhalb von acht Stunden galt es hier, einen zweiteiligen Arbeitsauftrag bestmöglich auszuführen. In Teil 1 war ein Pkw-Reifen mit Laufflächenschaden unter Beachtung der geltenden Richtlinien fachgerecht zu reparieren, nach Instandsetzung zu montieren und auszuwuchten. Teil 2 verlangte das Freilegen des Reifenaufbaus im Bereich der reparierten Stelle durch abgestuftes Aufschneiden der Lauffläche. Dabei musste die Reparaturstelle in der Mitte liegen, die übrigen Reifenteile durften bei der Arbeit nicht verletzt werden. Reifenhersteller Goodyear Dunlop, der seit vielen Jahren den Wettbewerb sponsert, hatte hierfür einheitlich präparierte Neureifen zur Verfügung gestellt.

Bis auf einige harmlose Schnittverletzungen verlief der Wettbewerb reibungslos. „Alle Teilnehmer arbeiteten sehr engagiert und auf einem sehr hohen Niveau, daher lag die spätere Punktevergabe auch in einem engen Bereich“, berichtet Dirk Hübener (Reifen Hübener, Wolfenbüttel), der zusammen mit zwei Mitarbeitern der Stahlgruber-Stiftung die dreiköpfige Prüfungskommission besetzte. Deren Vorsitzender Heinz Laatsch konstatiert: „Entscheidend waren am Ende lediglich Kondition und Konzentration.“ Keine Kleinigkeit, denn für die Erledigung des Arbeitsauftrags waren insgesamt acht Stunden Arbeitszeit veranschlagt.

Umso erfreulicher sind die Ergebnisse des langen Tages – hier im Überblick:
1. Bundessieger: Tobias Lacina, Reifen Feneberg (Kempten; Landessieger Bayern)
2. Bundessieger wurde mit 88,5 Punkten und Note 2 Daniel Petschak von Reifen Petschak (Berka/Werra; Thüringen)
3. Bundessieger (81 Punkte/Note 2): Christian Haar, Peter Mahnke GmbH (Kalübbe; Schleswig-Holstein)
4. Platzierung (80 Punkte/Note 3): Jann-Eike Büsing, Reifendienst Reil (Westerstede; Niedersachsen)
5. Platzierung (75 Punkte/Note 3): Brian Reynolds, Reifen Hofmann GmbH & Co. KG (Bebra; Hessen).

Unmittelbar im Anschluss an den Wettbewerb wurden die Teilnehmer ausgezeichnet. Jens Ludwig, Vertreter von Goodyear Dunlop, überreichte dem Bundessieger einen von seinem Unternehmen gesponserten Scheck über 550 Euro. Zudem erhielten alle Teilnehmer aus seiner Hand wertvolle Sachpreise in Form einer Sporttasche und einer Uhr. Von der Stahlgruber-Stiftung gab es für alle einen hochwertigen Stift mit integriertem USB-Stick, zudem stiftete der BRV für den Erstplatzierten einen kostenlosen Platz in einem seiner Weiterbildungslehrgänge zum „Juniormanager im Reifen-fachhandel“ sowie für den 2. und 3. Bundessieger je eine kostenlose Teilnahme am BRV-Reifenfachverkäufer-Lehrgang.

„Ein ausdrücklicher Dank gilt der Prüfungskommission, dem Sponsor Goodyear Dunlop sowie der Stahlgruber-Stiftung – ohne sie könnten wir den Bundeswettbewerb im Reifenhandwerk nicht realisieren“, hebt BRV-Chef Peter Hülzer hervor. Er freut sich, dass der Verband nach einer eher schwachen Beteiligung in den letzten Jahren diesmal wieder sechs Sieger aus vorangegangenen Landeswettbewerben zur Endausscheidung einladen konnte.

Grund zur Freude gibt es auch für Tobias Lacina, denn ihm steht noch eine weitere Ehrung bevor. Als erster Bundessieger wird er vom ZDH zur zentralen Festveranstaltung am 5. Dezember in Frankfurt/Main eingeladen, bei der die Besten der einzelnen Gewerke durch ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer und Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt, ausgezeichnet werden.